Stauden-Lein (Linum perenne)

Holunder-Schwertlilie (Iris sambucina)
Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)

Floristische Kartierung im Raum Passau

Der Großraum Passau verfügt über kein repräsentatives Werk zu seiner Pflanzenwelt. Wer sich deshalb anhand des Verbreitungsatlasses der Farn- und Blütenpflanzen Bayerns (SCHÖNFELDER & BRESINSKY 1980), im  Wiki zur Flora von Bayern oder in den gesamtdeutschen Verbreitungskarten über die Seite FloraWeb  über die Artenausstattung informieren möchte, gewinnt rasch den Eindruck, dass es sich um eine recht artenarme Region handelt. Tatsächlich aber braucht Passau den Vergleich mit anderen Räumen Bayerns nicht zu scheuen. Die Ursache für diese Schieflage besteht darin, dass die Flora hier noch nie einigermaßen gründlich durchforscht wurde. Der Naturwissenschaftliche Verein Passau möchte dem abhelfen. Er hat deshalt 2008 ein ehrgeiziges Kartierungsprojekt gestartet, das in einigen Jahren in ein Werk über die Passauer Pflanzenwelt münden soll, eine "Flora des Passauer Raumes".

Rund 150 Jahre nach der letzten und nur kursorischen Übersicht der Passauer Pflanzenwelt durch MAYERNBERG 1875 im 10. Bericht unseres Vereins soll dies eine Veröffentlichung werden, die dazu einlädt, hier nicht nur Baudenkmäler und hübsche Landschaften zu besichtigen, sondern sich auch der attraktiven Vielfalt unserer Blumen und Gräser, Farne und Gehölze zuzuwenden. Außerden sind solche Daten zum Schutz unserer Biodiversität unerlässlich. Sie bilden die Basis für die Beobachtung des Florenwandels, für Rote Listen bedrohter Arten und besonders die verschiedenen Artenschutzmaßnahmen gegen die weitere Floren-Verarmung.

Ein Ziel, das die Kartierung verfolgt, besteht darin, in einem vorgegebenen Kartierungsraster die Verbreitung möglichst aller wildwachsenden Arten zu erfassen (Rasterkartierung). Während die Kartenfelder bei der bayernweiten Kartierung die sog. Quadranten sind [1/4 eines Blattes der Topographischen Karte 1 : 25.000 (TK25)], werden sie im Kartierungsprojekt des NVPA kleiner gewählt, damit aussagekräftigere Daten gewonnen werden und zuverlässigere Aussagen zum Florenwandel durch spätere Wiederholungsaufnahmen möglich sind: Durch insgesamt dreimaliges Vierteln werden als Kartenfelder 1/64 der TK25 gebildet, die konstant ca. 1,39 km hoch sind, während die Breite von Süden nach Norden von 1,55 auf 1,53 km abnimmt. Die Kartenfeldfläche beträgt um 2,14 km². Der Zuschnitt der Kartenfelder ist exakt im Online-Karten- und Luftbild-Angebot des Freistaats Bayern FIN-Web zu ersehen, wenn das entsprechend Kartengitter angehakt wurde. Über die Informationssymbol ist zusätzlich die Kartierfeldnummer zu ersehen. Das jedermann kostenlos zur Verfügung stehende FIN-Web ist somit ein ideales Kartierungs-Hilfsmittel.

Insgesamt wären an die 1200 Felder möglichst wiederholt zu begehen, wobei pro Feld ein Kartierungstag zu veranschlagen ist. Für die wenigen Kartierenden ist dies ein nicht zu bewältigendes Unterfangen. Um dennoch möglichst rasch einigermaßen repräsentative Daten in der Fläche zu gewinnen, wird zunächst nur in jedem Quadranten, dann in jedem 1/4-Quadranten ein 1/64-Feld untersucht. Eine von Anfang an flächendeckende Kartierung wird dagegen im Stadtgebiet Passaus verfolgt. - Die interaktive "Übersichtskarte" (Menü!) zeigt, wie viele Arten bereits digital eingegeben wurden. Nach Anklicken eines Feldes erscheinen (mehr oder weniger  unvollständige) Artenlisten. Außerdem kann man sich anzeigen lassen, in welchen Feldern ausgewählte Arten erfasst wurden (Verbreitungskarten).

Ein anderes Kartierungsziel wird mit der Methode der Punktkartierung verfolgt. Hierbei werden die Fundorte seltener oder bedrohter Arten möglichst genau dokumentiert (einschließlich Fundortangabe mit Koordinaten) und nach Möglichkeit ihre Bestandesgröße geschätzt. Soweit solche Vorkommen für den Naturschutz wichtig sind, werden sie mit Hilfe der Software PC-ASK in die Artenschutzkartierung des Bayer. Landesamts für Umwelt eingespeist.

Das Kartierungsprojekt lebt von der ehrenamtlichen Mitarbeit. Je mehr Personen das Gelände durchforschen, umso besser wird das Ergebnis sein. Die Zeit drängt, denn besonders im Offenland ist der Artenschwund extrem. Der NVPA koordiniert die ehrenamtliche Arbeit, betreut die Kartierer, hilft bei der Identifizierung kritischer Sippen und unterstützt sie durch Kartierungsmaterial. Außerdem veranstaltet er botanische Führungen und Vorträge.

Weitere Informationen liefern ein Beitrag aus unserer Vereinszeitschrift und die Kartierungshinweise. Wer über eine Mitarbeit am Projekt nachdenkt, kann sich an den Vereinsvorstand oder die Projektleitung wenden (kontakt@nvpa.de bzw. willy@zahlheimer.eu, Tel. 0851/9290678).

Arnica (Arnica montana) Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) Eleganter Wurmfarn (<i>Dryopteris pseudodisjuncta</i> Trkenbund (<i>Lilium martagon</i> Bergglckchen (<i>Soldanella montana</i> stige Graslilie (<i>Anthericum ramosum</i>)
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