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1857 als "Naturhistorischer Verein" gegründete Naturwissenschaftliche Verein Passau e. V. (NVPA) ist auch nach 1 ½ Jahrhunderten noch ein Forum besonders jener Personen im Großraum Passau, denen die klassischen Formen der Biologie am Herzen liegen. Geobotanik, Pilzkunde, Moosflora, bestimmte Mikroorganismen und Tiergruppen sind durch Experten vertreten. Der NVPA fördert den Austausch untereinander und bietet durch die mit zwei anderen naturkundlichen Vereinigungen herausgegebenen Vereinszeitschrift "Der Bayerische Wald" ein Medium zur Veröffentlichung ihrer Ergebnisse. Durch seinen umfangreichen, in die Staatliche Bibliothek Passau integrierten Buch- und Zeitschriftenbestand (ca. 6.000 Bände), durch naturkundliche Führungen, Exkursionen und Vorträge bietet er abseits der Zentren mit naturwissenschaftlichen Bildungseinrichtungen dem an der Natur Interessierten ein reiches Angebot.
Der NVPA ist Mitglied im Netzwerk naturwissenschaftlicher Vereinigungen in Mitteleuropa.


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Dauerbeobachtungen zur Pflanzenbesiedlung jüngst eisfrei gewordener Gletschervor-felder in den Ostalpen
Datum / Zeit: 1.3.2012 19:00 Referent: Dr. Thomas Fickert & Dr. Friederike Grüninger (Universität Passau) Ort: Passau, Cafe Museum, Bräugasse 17, Nebenraum
Untersuchungen zur Vegetationsentwicklung auf Gletschervorfeldern haben eine lange For-schungstradition und reichen in den Alpen weit ins vorletzte Jahrhundert zurück. Da es sich bei Gletschervorfeldern um eine echte Neubesiedlung von zuvor über mehr oder weniger lange Zeit-räume vom Eis abgeschirmten Oberflächen handelt, bieten sie sich in besonderer Weise an, um die Dynamik von Primärsukzessionen zu untersuchen. Muster und Prozesse solcher Entwicklungen können mit Hilfe von Dauerbeobachtungen erfasst werden. Der Rekord- Sommer 2003, der alpenweit zu massiven Massenverlusten aller Gletscher führte, kann als idealer Startzeitpunkt für derartige Untersuchungen angesehen werden. Durch die enormen Längenänderungen der Gletscher innerhalb dieses Jahres kann mit hoher Sicherheit davon ausgegangen werden, dass die unmittelbaren Gletschervorfelder (zum damaligen Zeitpunkt) nun erstmals seit vielen Hunderten, wenn nicht Tausenden von Jahren eisfrei geworden sind. Im Som-mer 2005 wurden am Goldbergkees (Sonnblick, Hohe Tauern, Österreich) und am Lenksteinferner (Hochgall, Rieserfernergruppe, Italien) über die gesamte Breite der Gletscherzungen Dauerbeo-bachtungsflächen unmittelbar am Eisrand eingemessen, die nun im 2-jährlichen Turnus aufgesucht werden sollen. Nach der Einrichtung und Erstaufnahme der (damals quasi durchwegs vegetations-losen) Untersuchungsflächen im Jahr 2005 erfolgten im Jahr 2007, 2009 und 2011 erste Wiederho-lungsaufnahmen, die eine überraschend schnell verlaufende, hochdynamische Besiedlung belegen.
Gescheckter Eisenhut (Aconitum variegatum) Glanzmoos(Hookeria lucens) Buchen-Schleimrübling (Oudemansiella mucida) Achtarm (Staurastrum) Granit Frauenwald Äskulapnatter (Elaphe longissima) Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
Gescheckter Eisenhut
Aconitum variegatum
Glanzmoos
Hookeria lucens
Buchen-Schleimrübling
Oudemansiella mucida
Zieralge Achtarm
Staurastrum
Foto H. J. Steinkohl
Granit Frauenwald
Äskulapnatter
Elaphe longissima
Schachbrett
Melanargia galathea
Admin