Stauden-Lein (Linum perenne)

Holunder-Schwertlilie (Iris sambucina)
Helm-Knabenkraut (Orchis militaris)

Flora des Großraums Passau
- Die Verbreitung der Farn- und Blütenpflanzen zwischen Dreisessel, Isar- und Salzachmündung.

Ein Projekt des Naturwissenschaftlichen Vereins Passau e. V.

Das Bearbeitungsgebiet der Passauer Flora mit den 1/4-Quadranten-Rasterfeldern. Grafk W. A. Zahlheimer.

Für den niederbayerischen Großraum Passau gibt es kein Werk über seine Pflanzenwelt. Der Naturwissenschaftliche Verein Passau möchte dem abhelfen und gut 150 Jahre nach der letzten und nur kursorischen Übersicht der Passauer Pflanzenwelt durch MAYENBERG 1875 (im 10. Bericht des Naturhistorischen Vereins Passau) eine zeitgemäße Flora erarbeiten. Das oben dargestellte Bearbeitungsgebiet reicht vom Dreisessel bis zur Isar- und  Salzachmündung und umfasst komplett Stadt und Landkreis Passau sowie Teile der angrenzenden Landkreise Rottal-Inn, Freyung-Grafenau, Deggendorf und Dingolfing. Es erstreckt sich von weniger als 300 m Meereshöhe (untere submontane Höhenstufe) bis auf über 1350 m (hochmontane Höhenstufe) und bietet eine hohe geomorphologische Vielfalt. Entsprechend reichhaltig ist die Artenausstattung insgesamt.

Im Mittelpunkt der Flora wird die Darstellung der Verbreitung der Pflanzenarten in Form von Rasterkarten stehen. Während die Rasterfelder der im Herbst 2024 erschienen neuen Flora von Bayern sog. Quadranten sind [1/4 eines Blattes der Topographischen Karte 1 : 25.000 (TK25)], werden die Verbreitungskarten der Passauer Flora viermal so genau sein (1/4-Quadranten-Rasterfelder und damit das Raster der Abbildung oben). Betroffen sind ganz oder teilweise 370 Kartenfelder. Die Datenerfassung erfolgt aber im wiederum viermal so genauen 1/16-Quadranten-Raster, also Kleinfeldern von ca. 2,2 qkm Größe.Diese Kleinfelder sind überschaubarer und erlauben damit Wiederholungsaufnahmen für belastbare Aussagen zum Florenwandel. 

Die wichtigste Grundlage für die Verbreitungskarten ist die Kartierung von solchen Kleinfeldern. Sie läuft seit 2008. In der Regel wird ein voller Tag für die Registrierung der Wildpflanzenarten eines Kleinfeldes im Gelände verwendet. Hauptakteure sind dabei Dr. Willy Zahlheimer (Passau) und Prof. MIchael Hohla (Obernber/gOÖ). Das Minimalziel besteht darin, in jedem 1/4-Quadranten-Feld stellvertretend ein Kleinfeld zu kartieren, und zwar das hinsichtlich der Artenzahlen "höffigste". Dieses Ziel wurde mit Ablauf der Kartiersaison 2025 erreicht. Nun geht es um die Einarbeitung der Biotopkartierung und der floristischen Literatur, außerdem werden vervollständigende Ortseinsichten vorgenommen.

Ein besonderes Merkmal der Passauer Flora wird darin bestehen, dass die Verbreitungskarten nicht nur das Vorhandensein der einzelnen Arten zeigen, sondern auch die traditionellen Verbreitungsgrenzen im Gebiet. Angesichts der kaum gebremst fortschreitenden Verluste bei der angestammten Flora wird dies immer schwieriger, für den Artenschutz ist ihre Kenntnis aber zentral. Eine Voraussetzung dafür ist, dass bei jedem Pflanzenvorkommen die Frage gestellt wird, welchen Etablierungsstatus es besitzt, also ob es urwüchsig, neu-eungebürgert, unbeständig etc. ist  (vgl. ZAHLHEIMER 2015 ). Dies lassen auch die auf den 1/4-Quadranten-Verbreitungskarten verwendeten Signaturen erkennen.

Die exakten Grenzen der verschiedenen Kartenfeldraster auf Topographischen Karten oder Luftbildern lassen sich auf Windows-Rechnern mittels des kostenlosen Online-Werkzeugs FIN-Web  des Bayerischen Landesamts für Umwelt darstellen. Nach der Installation des auch sonst für Naturinteressierte wertvollen Programms (z. B. Inhalte der Biotopkartierung einschließlich Artenlisten) unter dem Menüpunkt "Kartengitter" den Unterpunkt "weitere Kartengitter" öffnen!.

Die interaktive "Übersichtskarte" unserer Homepage (siehe Menü der Randleiste!) zeigt das 1/4-Quadranten-Raster und die Zahl der in den einzelnen Feldern digital dokumentierten Arten (auf der Karte fehlt momentan leider noch der kartierte Streifen zwischen Isar- und Salzachmündung). Durch Anklicken eines Feldes erscheint die dahinterstehende, mehr oder weniger  reichhaltige Artenliste nebst Zusatzangaben. Ein rechts oben stehender kleiner Kartenausschnitt ermöglicht es zudem, durch Anklicken die Listen der vier zugrundeliegenden Kleinfeldlisten einzusehen. Außerdem kann man sich über das Randmenü die aktuelle Arbeitsversion der Verbreitungskarten und Fundortlisten der einzelnen Pflanzenarten ausgeben lassen.

Weitere Details zu dem Vorhaben liefert die ausführlichere, inhaltlich und hinsichtlich der Projektgebietsgrenezn aber teilweise überholte Darstellung in unserer Vereinszeitschrift:  Beitrag )

Wer eigene Beobachtungen beisteuern möchte, bemerkenswerte Pflanzen entdeckt hat oder gar über eine Mitarbeit am Projekt nachdenkt, wird gebeten, sich an die Projektleitung zu wenden (willy@zahlheimer.eu).

Arnica (Arnica montana) Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens) Eleganter Wurmfarn (<i>Dryopteris pseudodisjuncta</i> Türkenbund (<i>Lilium martagon</i> Bergglöckchen (<i>Soldanella montana</i> Ästige Graslilie (<i>Anthericum ramosum</i>)
Admin